• fotoausstellung zak van biljon

Fo­to­aus­stel­lung 2023

Zak van Biljon
Mo­der­ni­zing Nature

Ort

Ver­bin­dungs­weg

Füh­run­gen

Frei­tag, 19. Mai 2023, 13.30 Uhr
Sonn­tag, 21. Mai 2023, 15.30 Uhr
In eng­li­scher und deut­scher Sprache

Mo­der­ni­zing Nature

Ei­nen un­ver­brauch­ten Blick auf die Schön­hei­ten der Na­tur zu er­hal­ten, da­für ging Zak van Bil­jon über das sicht­ba­re Spek­trum hin­aus. Das Er­geb­nis wa­ren Bil­der von ei­ner un­er­hör­ten Lebendigkeit.

Die Tech­nik

Die an­ge­wand­te Fo­to­tech­nik Tech­nik wur­de ur­sprüng­lich für mi­li­tä­ri­sche Über­wa­chung und die Ver­mes­sung von Nutz­pflan­zen ent­wi­ckelt und fängt Licht im na­hen In­fra­rot­be­reich ein: In­fra­rot sind Wel­len­län­gen der elek­tro­ma­gne­ti­schen Strah­lung, die zwi­schen dem lie­gen, was wir als rot se­hen, und den län­ge­ren Wel­len­län­gen, die für die Wär­me­bild­ge­bung ver­wen­det werden.
Das Pig­ment in den Pflan­zen­blät­tern, das Chlo­ro­phyll, ab­sor­biert das sicht­ba­re Licht stark, da sie es als En­er­gie­quel­le bei der Pho­to­syn­the­se nutzen.
Die Zell­struk­tur der Blät­ter hin­ge­gen re­flek­tiert das ‑In­fra­rot-Licht be­son­ders stark. Das liegt dar­an, dass eine star­ke Ab­sorp­ti­on nur zu ei­ner Über­hit­zung der Pflan­ze und mög­li­cher­wei­se zu ei­ner Schä­di­gung des Ge­we­bes füh­ren wür­de. Das mensch­li­che Auge ist nicht in der Lage, in­fra­rotes Licht wahr­zu­neh­men, aber ge­nau die­se re­flek­tier­te En­er­gie re­agiert mit in­fra­rotem­pfind­li­chem Ma­te­ri­al und er­zeugt elek­tri­sche Rosa- und kräf­ti­ge Rottöne.

Das Kon­zept

Un­se­re Vor­stel­lung von Land­schaf­ten ist nicht ein­fach nur die Land­schaft an sich. Nichts exis­tiert an sich, son­dern nur durch un­se­re Wahr­neh­mung. Die Wahr­neh­mung un­ter­liegt je­doch so­wohl der in­di­vi­du­el­len Be­ob­ach­tung als auch der Ein­ord­nung des Gesehenen.
Die Ein­ord­nung ist wie­der­um stark ab­hän­gig von den Bil­dern, mit de­nen wir täg­lich kon­fron­tiert wer­den. Das be­rühm­te Win­dows-Com­pu­ter-Desk­top-Bild "Bliss" und an­de­re Bil­der die­ser Art sind zu ei­ner Art Na­tur ge­wor­den, von der wir glau­ben, dass sie "wah­re" Na­tur sei: auf eine idea­li­sier­te Art unverbraucht.
Na­tur­auf­nah­men ver­su­chen nicht ei­gent­lich, die Na­tur selbst zu ver­fäl­schen, son­dern sie spie­geln un­se­re Wahr­neh­mung der Na­tur wi­der. Aber was für ein Bild ha­ben wir denn? In den so­zia­len Netz­wer­ken tau­schen die Nut­zer My­ria­den ge­fil­ter­ter Fo­tos von der Na­tur aus – oder wie ih­rer Mei­nung nach die Na­tur aus­se­hen muss.
Wäh­rend der heu­ti­ge Mensch der per­ma­nent und un­wi­der­steh­li­chen An­zie­hungs­kraft durch strah­len­de Lich­ter in Städ­ten und Bild­schir­men aus­ge­setzt ist, er­hält die­se künst­li­che Welt et­was Rea­les; gleich­zei­tig mu­tiert er die na­tür­li­che Rea­li­tät oder die Rea­li­tät der Na­tur mit Hil­fe von Tech­no­lo­gie wie ge­fil­ter­ten In­sta­gram-Bil­dern zu ei­nem Hype. So wird die Na­tur so­wohl als Rea­li­tät als auch als Kon­zept zufällig.

Die Bil­der

Wir brau­chen im 21. Jahr­hun­dert eine neue Sicht­wei­se auf die Na­tur, so wie die Land­schafts­ma­ler des 19. Jahr­hun­derts, die mit der In­dus­tria­li­sie­rung kon­fron­tiert wa­ren. Die zu­neh­men­de Ver­städ­te­rung der Mensch­heit be­en­det in die­sem Jahr­hun­dert ein für alle Mal un­se­re sym­bio­ti­sche Be­zie­hung zur Na­tur. Die Städ­te wach­sen zu Me­ga­städ­ten her­an, mehr als die Hälf­te der heu­ti­gen Be­völ­ke­rung wur­de in Städ­ten ge­bo­ren, und die­se neu­en Ge­ne­ra­tio­nen sind tech­no­lo­gi­sier­te Ge­ne­ra­tio­nen, die auf Kom­fort aus­ge­rich­tet sind, je­doch zum Preis, von der Na­tur be­freit, viel­leicht ent­frem­det zu sein. Jedoch,
nie­mals kann sich die Mensch­heit von der Na­tur lö­sen, ge­schwei­ge denn befreien.
Die leb­haf­ten Rosa- und Rot­tö­ne in Zak van Bil­jons Werk wer­den da­her jene ne­on­far­be­nen Stadt­be­woh­ner an­zie­hen, die glau­ben, die Na­tur über­wun­den zu ha­ben, und die den­noch un­be­wusst an die Na­tur da draus­sen er­in­nert wer­den. Sei­ne Kunst will, dass sich der Be­trach­ter beim Be­trach­ten der schein­bar un­wirk­li­chen Welt sei­ner Fo­to­gra­fien an die rea­le Land­schaft erinnert.

Zak van Biljon

zak van biljon portrait

Das Land der ro­ten Erde ist die Hei­mat von Zak van Bil­jon. Der 1981, in Süd­afri­ka, ge­bo­re­ne Pho­to­graph ver­brach­te sei­ne Kind­heit und Ju­gend zwi­schen Jo­han­nes­burg und Kap­stadt. Im Jahr 2003 schloss er als Jahr­gangs­bes­ter das Na­tio­nal Col­lege of Pho­to­gra­phy in Pre­to­ria ab. Iro­ni­scher­wei­se mit ei­ner Stu­die über Schwarz-Weiss Prints – wo ihn doch die Far­ben der Rain­bow Na­ti­on ge­prägt haben.

Im Jahr 2004 sie­del­te er nach Eu­ro­pa über. In Rom lern­te er ein an­de­res Son­nen­licht ken­nen und in Lon­don war er an obers­ter Stel­le der Boo­king­lis­ten für be­kann­te Un­der­ground Mo­del­ables. Sei­ne Lauf­bahn als Auf­trags- und Kunst­fo­to­graf setz­te er in der Schweiz fort, wo er jede freie Mi­nu­te sei­nen Kunst­pro­jek­ten widmet.

In sei­nen Ar­bei­ten fin­det man di­gi­ta­le so­wie ana­lo­ge Fo­to­gra­fien, zeit­ge­nös­si­sche Wer­be- und mo­der­ne Kunst­fo­to­gra­fie. Sein Haupt­au­gen­merk liegt da­bei im in­sze­na­to­ri­schen Um­gang mit Licht. In sei­nem neus­ten Kunst­pro­jekt be­fasst er sich mit Auf­nah­men in In­fra­rot. Die Welt be­trach­tet in Rot- und Pink­tö­nen bie­tet ei­nen neu­en und im­po­san­ten Ein­blick auf die Rea­li­tät wie wir sie kennen.

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