• fotoausstellung hannes schmid

Fo­to­aus­stel­lung 2024

Han­nes Schmid
Rockmusiker

Ort

Blu­men­haus

Füh­rung

Don­ners­tag, 9. Mai 2024, 14.00 Uhr
Frei­tag, 10. Mai 2024, 14.00 Uhr

Rock­mu­si­ker

Han­nes Schmids Rei­se in die Welt der Rock- und Pop-Fo­to­gra­fie wird Ende der 70er Jah­re durch ein Sta­tus Quo-Kon­zert aus­ge­löst. Über 250 Acts wer­den von sei­ner Lin­se ein­ge­fan­gen, die tie­fe Ein­bli­cke in kul­tu­rel­le Ri­tua­le und Le­bens­sti­le die­ser Stars ge­währt. An­ders als her­kömm­li­che Rock­fo­to­gra­fen, die sich auf rei­ne Ab­bil­dun­gen der Stars be­schrän­ken, in­te­griert Schmid das Ele­ment der Thea­tra­lik in sei­ne Auf­nah­men und schafft eine Mi­schung aus Be­wun­de­rung und Distanz.

Sei­ne Fo­tos ent­hül­len Ge­schlech­ter­rol­len und se­xu­el­le Iden­ti­tä­ten, in­dem sie Ma­chis­mo mit an­dro­gy­nen Ver­zie­run­gen ge­gen­über­stel­len und sub­ti­le Ge­schlechts­nar­ra­ti­ve bei Fi­gu­ren wie Rob Hal­ford und Nina Ha­gen ein­fan­gen. Dar­über hin­aus taucht sei­ne Lin­se in Fan-Kul­tu­ren ein, die ihre Hin­ga­be ähn­lich ei­nem re­li­giö­sen Kult zei­gen, was ge­teil­te Auf­merk­sam­keit und Grup­pen­gren­zen re­flek­tiert, eine ri­tu­el­le All­tags­pra­xis un­ter Fans.

Schmids Ar­beit fällt mit ei­ner ent­schei­den­den Ära in der Mu­sik zu­sam­men – dem Über­gang von Dis­co zu Punk und New Wave, der Ver­än­de­run­gen im Stil und Image von Bands be­zeugt. Trotz tech­no­lo­gi­scher Fort­schrit­te und dem Auf­kom­men von Mu­sik­vi­de­os be­ob­ach­tet er die­se Ent­wick­lun­gen ohne Vor­ein­ge­nom­men­heit und do­ku­men­tiert die sich wan­deln­de Äs­the­tik und vi­su­el­le Kul­tur der Zeit.

Ab Mit­te der 80er Jah­re wech­selt Schmid von der Mu­sik- zur Mode- und Wer­be­fo­to­gra­fie. Den­noch bleibt sein In­ter­es­se an ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen und ih­ren Äs­the­ti­ken be­stehen. Sei­ne Me­tho­de, ver­gleich­bar mit ei­nem eth­no­gra­fi­schen Auge, prägt wei­ter­hin sei­ne Ar­beit in ver­schie­de­nen Be­rei­chen und spie­gelt sub­til die Po­sen und Sti­le der Rock- und Pop­stars selbst in un­er­war­te­ten Kon­tex­ten wie dem Pro In­fir­mis-Pro­jekt wider.

Im Kern bie­tet Schmids Lin­se mehr als nur ein­fa­che Mo­ment­auf­nah­men von Stars; sie fängt die Es­senz kul­tu­rel­ler Ver­än­de­run­gen, Ge­schlech­ter­dy­na­mi­ken und Fan-Be­geis­te­rung ein – und das al­les durch eine nu­an­cier­te, auf­merk­sa­me und eth­no­gra­fisch be­ein­fluss­te Perspektive.

Han­nes Schmid

portrait hannes schmid

Han­nes Schmid (ge­bo­ren am 13. Ok­to­ber 1946 in Zürich) ist ein Schwei­zer Fotokünstler. Er lebt und ar­bei­tet in Zürich, ist ver­hei­ra­tet und Va­ter ei­ner Toch­ter und ei­nes Sohnes.

Sei­ne frü­he Lauf­bahn führte Han­nes Schmid 1970 als ge­lern­ter Elek­tri­ker nach Südafrika, wo er sich an der Ruth Prow­se School of Art in Kap­stadt und au­to­di­dak­tisch das Hand­werk der Fo­to­gra­fie an­eig­ne­te. Von 1970 bis 1974 reis­te er durch den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent und bann­te sei­ne Ein­drü­cke von Land und Leu­ten in Rei­se­re­por­ta­gen, Land­schafts­auf­nah­men und Por­traits mit­tels ana­lo­ger Fo­to­gra­fie auf Zel­lu­loid. Die­ser Tech­nik ist Han­nes Schmid bis heu­te aus­nahms­los treu ge­blie­ben. Nach sei­ner Rück­kehr in die Schweiz folg­ten von 1974 bis 1977 ex­ten­si­ve fo­to­gra­fi­sche Rei­sen durch Asi­en. Wäh­rend die­ser Zeit ent­wi­ckel­te er eine cha­rak­te­ris­ti­sche Bild­spra­che, die von sei­ner stets per­sön­li­chen und emo­tio­na­len Bin­dung zum Ob­jekt ge­prägt ist. Zwi­schen 1978 und 1984 be­glei­te­te Han­nes Schmid als Fo­to­graf über 250 Rock­bands und de­ren Stars – von A wie ABBA bis Z wie Zap­pa – auf ih­ren welt­wei­ten Tour­neen. Eine Aus­wahl sei­ner über 70'000 Fo­tos aus je­ner Zeit sind als Zeit­zeu­gen un­ter an­de­rem in der Pu­bli­ka­ti­on Han­nes Schmid – Rock­stars festgehalten.

In den 80er- und 90er-Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts schuf sich Han­nes Schmid als Wer­be und Mo­de­fo­to­graf ei­nen Na­men. Sei­ne Bil­der er­schie­nen in nam­haf­ten Pu­bli­ka­tio­nen (u.a. Harper's Ba­zaar, Vogue, Elle, Con­dé Nast Tra­vel­ler), sei­ne Ar­bei­ten er­hiel­ten Aus­zeich­nun­gen wie Best Pic­tu­re of the Year (Life Ma­ga­zi­ne, 1992) und Han­nes Schmid selbst wur­de als Best Fa­shion Pho­to­grapher (1988) ge­ehrt. Zu sei­nen am wei­tes­ten ver­brei­te­ten Ar­bei­ten ge­hört aber die Neu­in­sze­nie­rung des Marl­bo­ro Man für Leo Burnett/Philip Mor­ris. Der von Han­nes Schmid iko­nisch in­sze­nier­te Cow­boy wur­de welt­weit zum Frei­heits­ym­bol und floss spä­ter auch in die kon­zep­tu­el­le Kunst ein – und wur­de spä­ter von Han­nes Schmid in fo­to­rea­lis­ti­scher Ma­le­rei auf Lein­wand neu in­ter­pre­tiert. Die jah­re­lan­ge fo­to­gra­fi­sche Be­glei­tung der Ca­mel-Tro­phy und freie Fo­to­pro­jek­te bspw. in Hon­du­ras, Bo­li­vi­en, In­di­en oder Sin­ga­pur tru­gen bis heu­te zum um­fang­rei­chen Port­fo­lio von Han­nes Schmid bei.

Ne­ben kom­mer­zi­el­len Auf­trä­gen rea­li­sier­te Han­nes Schmid im aus­ge­hen­den 20. und im neu­en 21. Jahr­hun­dert im­mer wie­der auch viel­be­ach­te­te Kunst­pro­jek­te wie For Gods Only, The Flow of Life, Thai­pu­sam und Mo­ment of a Mo­ment. Par­al­lel zu sei­nen fo­to­gra­fi­schen Ar­bei­ten und der fo­to­rea­lis­ti­schen Ma­le­rei nahm sich Han­nes Schmid auch dem ge­stal­te­ri­schen Schaf­fen mit den Me­di­en Film und In­stal­la­ti­on an. Den Film Bon­ne­ville – The Fi­nal Run kon­zi­pier­te Han­nes Schmid und führte dar­in Re­gie, in sei­ner Ein­zel­aus­stel­lung Mo­men­tous im To­day Art Mu­se­um in Pe­king liess er Fo­to­gra­fie und Ob­jekt­kunst eindrücklich ver­schmel­zen. Sei­ne ge­sam­mel­ten Wer­ke wur­den bis heu­te in zahl­rei­chen Mu­se­en aus­ge­stellt, u.a. in der Fo­to­stif­tung Schweiz (Win­ter­thur), im Kunst­mu­se­um Bern, im Folk­wang Mu­se­um Es­sen, im Ru­bin Mu­se­um of Art New York, im Brook­lyn Mu­se­um (New York) oder in der Ga­le­rie für Zeit­ge­nös­si­sche Kunst in Leipzig.

Seit 2012 en­ga­giert sich Han­nes Schmid in der von ihm mitbegründeten Stif­tung Smi­ling Ge­cko ka­ri­ta­tiv und mit ei­ge­nen Hilfs­pro­jek­ten für die min­der be­mit­tel­te Be­völ­ke­rung in Kam­bo­dscha. Im April 2018 ver­lieh ihm die Vetsu­is­se-Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Zürich die Würde ei­nes Dok­tors eh­ren­hal­ber in An­er­ken­nung sei­nes vor­bild­haf­ten Ein­sat­zes für Fa­mi­li­en aus den Slums von Phnom Penh, Kambodscha.

Haupt­spon­so­ren

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