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Wolf­gang Ber­nau­er: «Mein grie­chi­sches Dorf»

Wolf­gang Ber­nau­er zeigt in sei­nem Bild­band «Mein grie­chi­sches Dorf» Ein­drü­cke aus dem Le­ben der grie­chi­schen Land­be­völ­ke­rung wie man sie heu­te kaum noch findet.

Das Buch ist eine Do­ku­men­ta­ti­on, wel­che die ur­tüm­li­che Land­be­völ­ke­rung bei ih­rer täg­li­chen Ar­beit und bei ge­sell­schaft­li­chem Zu­sam­men­sein zeigt. Es sind Por­träts von Men­schen, die viel zu er­zäh­len ha­ben – und die in die­sen Bil­dern viel erzählen.

«Ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel ei­ner zeit­ge­schicht­li­chen Do­ku­men­ta­ti­on mit ein­drucks­vol­len und fo­to­gra­fisch her­vor­ra­gend rea­li­sier­ten Por­träts», schreibt Urs Till­manns von fotointern.ch in sei­nem Buchtipp.

Zur Buch­be­schrei­bung bei fotointern.ch…

Un­zu­gäng­lich

Wäh­rend der Co­ro­na-Kri­se sind die Schwei­zer Gross­ver­tei­ler ver­pflich­tet, alle Be­rei­che, in de­nen Ar­ti­kel an­ge­bo­ten wer­den, die nicht der un­mit­tel­ba­ren Grund­ver­sor­gung die­nen, für Kun­den un­zu­gäng­lich zu machen.

Adri­an Mo­ser be­such­te die Mi­gros Markt­gas­se in Bern, wo der gröss­te Teil des Un­ter­ge­schos­ses ab­ge­sperrt ist und bis auf wei­te­res nicht be­tre­ten wer­den darf.

An der Pho­to Mün­sin­gen 2019 stell­te Adri­an Mo­ser ei­nen Quer­schnitt sei­ner Ar­beit als Pres­se­fo­to­graf aus. 1966 in Biel ge­bo­ren, ar­bei­tet er seit 1994 als pro­fes­sio­nel­ler Fo­to­graf. Seit 2002 ist er Chef­fo­to­graf und Bild­re­dak­tor bei der Zei­tung "Der Bund", da­ne­ben frei­schaf­fend tä­tig für Agen­tu­ren, Zeit­schrif­ten und Zei­tun­gen so­wie als Aus­stel­lungs­ku­ra­tor und Fo­to­gra­fen­aus­bild­ner. Kürz­lich wur­de er mit dem Swiss Press Pho­to Award in der Kat­ge­orie Dai­ly Life ausgezeichnet.

https://www.adrianmoser.ch

In­spi­ra­ti­on zum Wo­chen­en­de Nr. 1

Seit Mon­tag läuft der Fo­to­wett­be­werb «Le­ben und fo­to­gar­fie­ren in Zei­ten von Co­ro­na» der Pho­to Mün­sin­gen vir­tu­ell. Be­reits sind über 60 Bil­der ein­ge­gan­gen. Für alle die noch In­spi­ra­ti­on be­nö­ti­gen: Hier un­se­re Link-Tipps zum Wochenende.

Zu­nächst lohnt sich na­tür­lich der Blick auf die Pho­to Mün­sin­gen vir­tu­ell. Beim Fo­to­wett­be­werb «Le­ben und fo­to­gra­fie­ren in Zei­ten von Co­ro­na» sind seit Mon­tag über 60 Bil­der ein­ge­gan­gen. Die lau­fend ak­tua­li­sier­te Samm­lung die­ser Fo­tos pu­bli­zie­ren wir auf Flickr. Un­ter den Ein­ga­ben zum Bei­spiel das Ti­tel­bild die­ses Bei­tra­ges: «Bis Auf Wei­te­res» von As­trid Schulz. Oder die Fo­tos von Hans U. Al­der, der auf sei­ner Web­site wei­te­re Bil­der zum Lock­down pu­bli­ziert hat.

Im Bei­trag «Vier Fo­to­gra­fen, vier Blick­win­kel» zei­gen vier NZZ-Fotograf*innen ih­ren ganz per­sön­li­chen Blick auf die Co­ro­na-Kri­se. Chris­toph Ruck­stuhl be­ob­ach­tet die klei­nen Ver­än­de­run­gen auf sei­nem Ar­beits­weg. Si­mon Tan­ner sam­mel­te Selbst­por­traits, die von über­lan­gen Schich­ten und dem be­schwer­li­chen Tra­gen von Schutz­mas­ken zeu­gen. Ka­rin Ho­fer fo­kus­siert not­ge­drun­gen auf die ei­ge­ne Woh­nung. An­nick Ramp war an der sonst un­sicht­ba­ren Grenze.

Ganz un­ter­schied­li­che Bli­cke auf die Schweiz im Lock­down ha­ben auch die Fotograf*innen von Key­stone-SDA. Der Fo­to­blog «Zoom» des «Ta­ges An­zei­gers» zeigt die­se Wo­che, wie sich die Sport­welt in Zei­ten von Co­ro­na ver­än­dert hat. Und er pu­bli­ziert Luft­auf­nah­men von Ales­san­dro del­la Bel­la. «Zü­rich im Dorn­rös­chen­schlaf»: Wie eine schla­fen­de Schön­heit war­tet Zü­rich auf die Wie­der­erwe­ckung aus der Krise.

SRF zeigt die Bil­der von Mar­ko Stevic. Er por­trä­tier­te von der Stras­se aus Men­schen, die ak­tu­ell zu­hau­se blei­ben. Für die «Zeit» ha­ben acht Fotograf*innen aus Deutsch­land Bil­der zu­sam­men­ge­stellt, die den All­tag in ih­rer Nähe zeigen.

Die Ma­cher der «Pho­to Schweiz» ha­ben der­weil 30 Schwei­zer Fotograf*innen ein­ge­la­den, ih­ren Blick auf die Schweiz in Zei­ten der Pan­de­mie zu zei­gen. Ge­ant­wor­tet ha­ben un­ter an­de­ren Chris­ti­an Bobst oder Kos­tas Ma­ros, die 2019 re­spek­ti­ve 2013 an der Pho­to Mün­sin­gen aus­ge­stellt haben.

Ha­ben Sie nun Lust be­kom­men zu fo­to­gra­fie­ren? Hier geht’s zu un­se­rem Wettbewerb…

Eine Fo­torei­se nach der Corona-Krise

Ak­tu­ell kaum vor­stell­bar, aber es wird auch eine Zeit nach Co­ro­na ge­ben. Rolf Gem­per­le hat an der Pho­to Mün­sin­gen 2010 Pan­ora­ma-Fo­tos der Sa­ha­ra aus­ge­stellt. Er war auch Lei­ter meh­re­rer Fo­to­work­shops an der Pho­to Mün­sin­gen mit dem Schwer­punkt Pan­ora­ma­fo­to­gra­fie. In der Fo­torei­se vom 14. bis 28. Mai 2021 bie­tet er mit sei­nem lo­ka­len Part­ner die gros­se Durch­que­rung der Na­mib-Wüs­te in Na­mi­bia an. Hier ein Aus­zug der Reisebeschreibung:

Die Durch­que­rung der Na­mib­wüs­te von Lü­de­ritz nach Swa­kop­mund ist ein Aben­teu­er der Ex­tra­klas­se. Die rie­si­gen Dü­nen der Küs­ten- und Ne­bel­wüs­te rei­chen hier bis ans Meer her­an und bil­den so eine ein­zig­ar­ti­ge Ku­lis­se. Ein rund 500 Ki­lo­me­ter lan­ger Strei­fen ent­lang der Küs­te ge­hört zum Dia­man­ten­sperr­ge­biet und ist nur mit spe­zi­el­ler Be­wil­li­gung und als ge­führ­te Tour befahrbar.

Bil­der: Rolf Gem­per­le / Ni­co­las Genoud

Vier Fo­to­gra­fen, vier Blickwinkel

Un­ser All­tag ist fest im Griff der Pan­de­mie. Seit Wo­chen do­ku­men­tie­ren die NZZ-Fo­to­gra­fen die aus­ser­or­dent­li­che Lage.

Ka­rin Ho­fer, An­nick Ramp, Chris­toph Ruck­stuhl und Si­mon Tan­ner zei­gen ih­ren ganz per­sön­li­chen Blick auf die Co­ro­na-Kri­se. Die vier Bild­stre­cken sind am 11. April 2020 in der Wo­chen­bei­la­ge der NZZ und als On­line-Bild­stre­cke erschienen.

Die Zei­tungs­sei­ten als PDF:

  • Chris­toph Ruck­stuhl be­ob­ach­tet die klei­nen Ver­än­de­run­gen auf sei­nem Arbeitsweg.
  • Si­mon Tan­ner sam­mel­te Selbst­por­traits, die von über­lan­gen Schich­ten und dem be­schwer­li­chen Tra­gen von Schutz­mas­ken zeugen.
  • Ka­rin Ho­fer fo­kus­siert not­ge­drun­gen auf die ei­ge­ne Wohnung.
  • An­nick Ramp war an der sonst un­sicht­ba­ren Grenze.

Wis­sen­schaft auf Bil­der gebannt

Der Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­fonds hat die Ge­win­ner sei­nes Wett­be­werbs für wis­sen­schaft­li­che Bil­der be­kannt ge­ge­ben. Der Wett­be­werb soll die Ar­beit der in der Schweiz tä­ti­gen For­sche­rin­nen und For­scher sicht­bar machen.

Den ers­ten Preis in der Ka­te­go­rie "Das For­schungs­ob­jekt" er­hielt eine Fo­to­gra­fie, auf der die Fuss­soh­le ei­nes Ele­fan­ten zu se­hen ist. Die Auf­nah­me von Pau­lin Wend­ler, Dok­to­ran­din an der Uni­ver­si­tät Zü­rich, über­zeug­te die Jury durch den "un­ge­wohn­ten An­blick, der uns zwingt, ei­nen Gang zu­rück­zu­schal­ten", und die "fei­nen Li­ni­en, die ei­nen star­ken Kon­trast schaf­fen zu den Bil­dern, die wir uns sonst von die­sen rie­si­gen und schwe­ren, fast ar­chai­schen Säu­ge­tie­ren ma­chen", heisst es in ei­ner Mit­tei­lung des SNF.

In der Ka­te­go­rie "Die Män­ner und Frau­en der Wis­sen­schaft" sieg­te ein Por­trait von Kaan Mika, Dok­to­rand an der Uni­ver­si­tät Lau­sanne, das "den gän­gi­gen Dar­stel­lun­gen von For­schen­den im La­bor widerspricht".

Anika Kö­nig, Do­zen­tin an der Uni­ver­si­tät Lu­zern, ist mit ei­ner Auf­nah­me aus ih­rem For­schungs­pro­jekt über Leih­müt­ter in der Ukrai­ne die Ge­win­ne­rin in der Ka­te­go­rie "Die Orte und Werk­zeu­ge". "Die Stär­ke des Bil­des liegt in der Ab­we­sen­heit des Ob­jekts. Es zeigt, dass die Leih­müt­ter in der Ge­sell­schaft un­sicht­bar sind", be­grün­det die Jury ih­ren Entscheid.

Mit ei­ner kur­zen Se­quenz me­di­zi­ni­scher Bild­ge­bung setzt Pe­ter von Nie­der­häu­sern, Dok­to­rand an der Uni­ver­si­tät Ba­sel, ei­nen Le­go­stein in Sze­ne, was ihm den Ge­winn in der Ka­te­go­rie "Vi­deo" ein­brach­te. Die Jury er­klärt, dass das Vi­deo "ver­wirrt und un­se­ren Ori­en­tie­rungs­sinn durch­ein­an­der bringt" und "ein wun­der­ba­rer Be­weis da­für ist, dass ein spie­le­ri­scher und ein­fa­cher Film zum ho­hen Ni­veau von mo­derns­ter For­schung bei­tra­gen kann."

Die Jury hat von den über 250 Wer­ken, die in die­sem Jahr ein­ge­reicht wur­den, zu­dem sie­ben wei­te­re aus­ge­zeich­net. Alle Bil­der sind auf dem Flickr-Ka­nal des SNF zu se­hen. Wei­te­re In­fos zum Wett­be­werb gibts auf der Web­site des SNF.

Ti­tel­fo­to: Fuss­bal­len ei­nes Asia­ti­schen Ele­fan­ten – Ge­win­ne­rin der Ka­te­go­rie: Forschungsobjekt
Pau­lin Wend­ler (Dok­to­ran­din an der Uni­ver­si­tät Zürich)

Die #PhM­vir­tu­ell startet

Die phy­si­sche Pho­to Mün­sin­gen 2020 ist ab­ge­sagt, es lebe die Pho­to Mün­sin­gen vir­tu­ell! Als klei­nen Er­satz bie­ten wir on­line den Fo­to­wett­be­werb «Le­ben und fo­to­gra­fie­ren in Zei­ten von Co­ro­na». Aus­ser­dem be­rich­ten wir auf un­se­rer Web­site ab so­fort über in­ter­es­san­te On­line-Se­mi­na­re, ver­lin­ken span­nen­de Fo­to­pro­jek­te und tei­len un­se­re Webfundstücke.

Schon heu­te kön­nen wir sa­gen, dass wir das für die Auf­fahrts­ta­ge 2020 ge­plan­te Pro­gramm der phy­si­schen Pho­to Mün­sin­gen in ei­nem Jahr, näm­lich vom 13. – 16. Mai 2021 zei­gen wol­len. Bis es so­weit ist, star­tet die Pho­to Mün­sin­gen al­ler­dings ein di­gi­ta­les Pro­gramm: Die Pho­to Mün­sin­gen vir­tu­ell!

Das Ziel ist gleich wie bei der Pho­to Mün­sin­gen: die Freu­de und den Aus­tausch über die Fo­to­gra­fie zu för­dern und dich zum Fo­to­gra­fie­ren zu inspirieren.

Wett­be­werb «Le­ben und fo­to­gra­fie­ren in Zei­ten von Corona»

Beim Wett­be­werb «Le­ben und fo­to­gra­fie­ren in Zei­ten von Co­ro­na» su­chen wir Bil­der, die ei­nen di­rek­ten Be­zug zum Le­ben wäh­rend der Pan­de­mie ha­ben. Home-Of­fice und lee­re Stras­sen, Dich­te­stress bis Iso­la­ti­on. Was be­deu­tet die Co­ro­na-Kri­se für uns? Wie ver­än­dert sie das Le­ben? Wel­che krea­ti­ven Kräf­te weckt sie?

Teil­neh­men kön­nen alle in­ter­es­sier­ten Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen mit ma­xi­mal drei Bil­dern. Die ein­ge­reich­ten Fo­tos wer­den in ei­ner Flickr-Grup­pe ver­öf­fent­licht. Aus­ser­dem wer­den die 20 von der Jury am bes­ten be­wer­te­ten Fo­tos auf der Web­sei­te der Pho­to Mün­sin­gen pu­bli­ziert und an der Pho­to Mün­sin­gen 2021 aus­ge­stellt. Auf die Ur­he­ber der drei Sie­ger­bil­der war­ten aus­ser­dem schö­ne Prei­se. Ein­sen­de­schluss ist am 31. Mai 2020.

Vir­tu­el­le Entdeckungen

Ne­ben dem Wett­be­werb bie­tet die Pho­to Mün­sin­gen vir­tu­ell Bei­trä­ge zu ak­tu­el­len Fo­to­work­shops, Tu­to­ri­als und In­for­ma­tio­nen zu Fo­to­aus­stel­lun­gen und Fo­to­ar­bei­ten. Zu ent­de­cken gibt es zum Bei­spiel die Be­ob­ach­tun­gen des OK-Mit­glieds Urs Hin­ter­mann, den Vi­deo-Zy­klus «Zu Hau­se ge­fan­gen» oder Trou­vail­len aus un­se­rem Ar­chiv. Re­gel­mäs­sig wer­den neue Bei­trä­ge dazu kommen.

Die Pho­to Mün­sin­gen ist vir­tu­ell aus­ser­dem auf Face­book, In­sta­gram, Twit­ter und Flickr prä­sent. Abon­nie­re un­se­re Ka­nä­le, dis­ku­tie­re mit und be­tei­li­ge dich mit ei­ge­nen Bil­dern und dem Hash­tag #PhM­vir­tu­ell. Die span­nends­ten Bei­trä­ge neh­men wir in un­se­re Ka­nä­le auf.

René Groeb­li: Vir­tu­el­ler Rundgang

Die Bild­hal­le Zü­rich bie­tet ak­tu­ell ei­nen vir­tu­el­len Rund­gang durch die Aus­stel­lung «The Ma­gic Eye» von Réne Groeb­li an. Sie um­fasst die wich­tigs­ten Bil­der aus dem gleich­na­mi­gen Buch.

Das Fo­to­buch ver­sam­melt eine Aus­wahl an Bil­dern, die ein gu­tes hal­bes Jahr­hun­dert von René Groeb­lis Schaf­fen ab­deckt und uns sein brei­tes fo­to­gra­fi­sches Spek­trum nä­her­bringt. Es ist eine pu­bli­zis­ti­sche Hom­mage der Ga­le­ris­tin und ih­rer Ga­le­rie Bild­hal­le an den Künstler.

An der Pho­to Mün­sin­gen hat René Groeb­li 2015 die be­rüh­ren­de Se­rie «Das Auge der Lie­be» und im Jahr 2017 die Aus­stel­lung «Nu­des» ge­zeigt. Der gros­se Schwei­zer Fo­to­graf, mit in­ter­na­tio­na­len Aus­zeich­nun­gen und Aus­stel­lun­gen ist auch mit 92 Jah­ren noch aktiv.

Zur vir­tu­el­len Aus­stel­lung der Bildhalle…

Bild: ©René Groeb­li, Be­ryl Chen, Dance with ci­ga­ret­te, No. 281, Lon­don, 1953, Cour­te­sy of Bildhalle

Urs Hin­ter­mann: «Ver-rück­te Zeit»

Urs Hin­ter­mann, OK-Mit­glied der Pho­to Mün­sin­gen, er­lebt die Co­ro­na-Pan­de­mie wie vie­le von uns: Zu­erst mit Un­glau­ben, dann mit ge­wis­ser Neu­gier, wie der Aus­nah­me­zu­stand un­se­ren All­tag ver­än­dert. Für ei­nen en­ga­gier­ten Fo­to­gra­fen liegt es nahe, da zur Ka­me­ra zu grei­fen. Ge­dan­ken und Bil­der der ers­ten Lockdown-Wochen.

Nach Aus­bruch der Co­ro­na-Pan­de­mie ging es mir wie al­len: Zu­erst Schock und Un­glau­be, was man da er­lebt. Dann ist mir plötz­lich be­wusst ge­wor­den, dass wir wahr­schein­lich Zeit­zeu­gen ei­nes Er­eig­nis­ses wer­den, das für eine oder zwei Ge­ne­ra­tio­nen ein­ma­lig sein wird.

Zu­erst ist mir dies an ei­ner Ne­ben­säch­lich­keit be­wusst ge­wor­den: Zum ers­ten Mal seit Jahr­zehn­ten kann man bei uns in Mün­sin­gen ei­nen gan­zen Tag lang ei­nen blau­en Him­mel se­hen ohne ir­gend­wel­che Kon­dens­strei­fen am Him­mel. Ich habe dann ei­nen 13-stün­di­gen Zeit­raf­fer des Him­mels über Bern ge­macht. Ver­mut­lich wer­den wir das bald nie mehr be­ob­ach­ten kön­nen. Ein Zeitdokument!

Am Tag dar­auf ist auf dem Platz in un­se­rer Über­bau­ung (Gies­sen­park) un­ver­mit­telt die Zwei­er­band «Be­ar­beat» vor­ge­fah­ren und hat ein kur­zes Kon­zert ge­ge­ben – selbst­ver­ständ­lich un­ter Ein­hal­tung des 2‑­Me­ter-Ab­stan­des! Das Kon­zert war eine Auf­mun­te­rung für alle, die Zu­hau­se blei­ben müs­sen und na­tür­lich auch eine Ein­nah­me­quel­le für die Mu­si­ker, die we­gen der Pan­de­mie ak­tu­ell ja kei­ne Kon­zer­te ge­ben dür­fen. Eine Idee, die uns alle auf­ge­stellt hat.

Ich habe mir dann die Fra­ge ge­stellt, was es sonst noch Ein­ma­li­ges in die­ser ver-rück­ten Zeit gibt. Ge­schlos­se­ne Ge­schäf­te, na­tür­lich. In den Stras­sen von Mün­sin­gen, Bern, Thun und In­ter­la­ken habe ich ge­merkt, dass dies eine wah­re fo­to­gra­fi­sche Fund­gru­be ist. Da gibt es von tro­cke­nen Hin­wei­sen wie «Zu» oder «Bis bald» bis zu Welt­ver­schwö­rungs­theo­rien al­les. Dar­un­ter auch jede Men­ge Ko­mi­sches, Ge­schäfts­tüch­ti­ges, Fa­ta­lis­ti­sches, Auf­ge­stell­tes und Poetisches.

Mir sind bei mei­nen Spa­zier­gän­gen na­tür­lich auch an­de­re Spu­ren auf­ge­fal­len. Zum Bei­spiel wie die Leu­te fast schon rou­ti­ne­mäs­sig Ab­stand zu­ein­an­der hal­ten. Mas­ken, et­was, das wir bis­her nur von asia­ti­schen Tou­ris­ten kann­ten, sind plötz­lich all­ge­gen­wär­tig. Und dann sind da na­tür­lich noch die un­über­seh­ba­ren Spu­ren in Form von un­zäh­li­gen Pfei­len, Ab­stands­li­ni­en etc., die mehr oder we­ni­ger be­folgt werden.

Es gäbe noch vie­les mehr. Ich wer­de für mich ein Co­ro­na-Heft­li er­stel­len, das die­se spe­zi­el­le Zeit fest­hält. Hof­fent­lich schon bald wer­den wir das dann zu­hau­se durch­blät­tern und sa­gen: «Weisst Du noch, da­mals, in die­ser ver­rück­ten Zeit…».

 

Wei­te­re Ar­bei­ten von Urs Hin­ter­mann gibts auf sei­ner Web­site https://urshintermann-photography.ch

Vi­deo-Tu­to­ri­als «MO­TI­VIERT zuhause»

Phil­ipp Dubs von pho­tom­un­do hat be­reits meh­re­re Fo­to­work­shops an der Pho­to Mün­sin­gen durch­ge­führt. Er hü­tet für sei­ne Part­ne­rin in der Co­ro­na Zeit die Kin­der, da­mit sie als Ärz­tin ar­bei­ten kann. Sein Part­ner Re­na­to Ge­rus­si (er ge­hört zum Fo­to­Team von pho­tom­un­do) stellt in kur­zen Vi­de­os un­ter dem Mot­to «MO­TI­VIERT zu­hau­se» An­re­gun­gen zum Fo­to­gra­fie­ren zu Verfügung.

In «Fo­to­gra­fie­ren ei­ner Arm­band­uhr» er­fah­ren die Zu­schau­er, war­um die Uhr­zeit 10:08:36 Uhr so wich­tig ist:

 

Im Vi­deo «Fo­to­gra­fie­ren mit Ta­schen­lam­pen» zeigt Ge­rus­sie, wie Ob­jek­te frei­schwe­bend fo­to­gra­fiert wer­den können:

 

Im drit­ten Teil «Un­er­war­te­te An­sich­ten» geht es dar­um, wie all­täg­li­che Ge­gen­stän­de für krea­ti­ve und ein­drück­li­che Auf­nah­men ge­nutzt werden: