20 Jah­re Jah­re Pho­to Münsin­gen: Von ei­ner Bier­idee zum Fo­to­fes­ti­val

Was 1998 bei ei­nem Bier be­gann, fei­ert 2019 das 20-jäh­ri­ge Be­stehen: Die Pho­to Münsin­gen! Doch der Rei­he nach. Aus der Bier­idee ver­fass­te Ueli Wäl­ti eine Vi­si­on. Et­was Gros­ses soll es wer­den, mit Aus­stel­lun­gen, Dia-Vor­trä­gen und Se­mi­na­ren. Mit Fo­to­klubs und Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen aus der gan­zen Schweiz. Mehr noch, ein in­ter­na­tio­na­les Fo­to­fes­ti­val. Dazu soll der Flug­ha­fen Bern aus­ge­baut und die Pis­te ver­län­gert wer­den, da­mit die Fo­to­gra­fen und Be­su­cher welt­weit an­rei­sen kön­nen. Münsin­gen als krea­ti­ver Treff­punkt der Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen. Eine Vi­si­on!

Aus der Vi­si­on wur­de 1999 vor­erst eine Pi­lot­ver­an­stal­tung «Fo­to­ta­ge Münsin­gen». Da­mit konn­ten das Kon­zept ge­tes­tet, die Mit­glie­der des Fo­to­club Münsin­gen über­zeugt und für die Mit­ar­beit ge­won­nen wer­den. Acht Fo­to­klubs zeig­ten im Schloss­gut­saal über die Auf­fahrts­ta­ge ihre schöns­ten Bil­der. Die Aus­stel­lung war ein Er­folg, die Feed­backs der teil­neh­men­den Klubs wa­ren er­mu­ti­gend und die Be­su­cher be­geis­tert. Der Grund­stein für die Pla­nung der ers­ten Pho­to Münsin­gen war ge­legt. In Frei­wil­li­gen­ar­beit er­stell­ten wir wei­te­re Aus­stel­lungs­in­fra­struk­tur, hol­ten die Un­ter­stüt­zung der Ge­mein­de Münsin­gen, such­ten Spon­so­ren, er­stell­ten Kon­zep­te, Plä­ne und Bud­gets.

Die ers­te Pho­to Münsin­gen im Jahr 2000

Über die Auf­fahrts­ta­ge, vom 1. bis 4. Juni 2000, wur­de die Pho­to Münsin­gen erst­mals durch­ge­führt, mit den drei Säu­len Aus­stel­lun­gen, Dia-Vor­füh­run­gen und Se­mi­na­ren. Das The­ma des ers­ten Klub­wett­be­wer­bes hiess «Sonn­tag». Mit da­bei wa­ren be­reits 16 Fo­to­klubs. Dar­un­ter die Klubs aus Belp, So­lo­thurn, Thun und Blen­de 8, die den Fo­to­club Münsin­gen seit­her im­mer stark un­ter­stüt­zen. Jo­sef von Ment­len und Wal­ter Ga­bert­hül prä­sen­tier­ten krea­ti­ve Ar­bei­ten und auch der Fo­to­club Münsin­gen zeig­te die Bil­der aus dem Jah­res­wett­be­werb. Au­dio­vi­su­el­le Dia-Vor­füh­run­gen und Se­mi­na­re run­de­ten die 1. Pho­to Münsin­gen ab. 1‘300 Fo­to­in­ter­es­sier­te wa­ren vom neu­en Fo­rum be­geis­tert und er­mu­tig­ten uns wei­ter­zu­fah­ren. Vie­les hat sich seit der ers­ten Durch­füh­rung be­währt. So wird je­des Jahr die bes­te Klub­ar­beit mit dem «Pho­to Münsin­gen Award» aus­ge­zeich­net.

Die Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher kön­nen ihre per­sön­li­chen Fa­vo­ri­ten kü­ren und schö­ne Prei­se ge­win­nen. Und die Mit­glie­der des Fo­to­club Münsin­gen er­hal­ten für ihr En­ga­ge­ment die Ge­le­gen­heit, die Bil­der aus dem Jah­res­wett­be­werb zu prä­sen­tie­ren. Der Event fin­det seit Be­ginn in der Auf­fahrts­wo­che statt, der Ein­tritt ist dank Spon­so­ren im­mer noch gra­tis.

High­lights aus 20 Jah­ren Pho­to Münsin­gen

Klub­aus­stel­lun­gen

Jähr­lich neh­men un­ge­fähr 60 Fo­to­klubs und Fo­to­teams aus der gan­zen Schweiz am Wett­be­werb um den «Pho­to Münsin­gen Award» teil. Die Her­aus­for­de­rung, als Team ein vor­ge­ge­be­nes The­ma zu be­ar­bei­ten, ist an­spruchs­voll, span­nend und be­rei­chert das Klub­le­ben. An­fangs wur­den die Bil­der der Klubs ein­ge­sandt, ge­rahmt und nach de­ren Vor­ga­ben auf­ge­hängt. Neu­er­dings lie­fern die Klubs ihre Da­ten di­gi­tal ab und die Ta­bleaus wer­den durch die Pho­to Münsin­gen er­stellt. Bei der Ver­nis­sa­ge war­ten alle ge­spannt auf die Sie­ger­eh­rung und auf die Ver­lei­hung des be­gehr­ten «Pho­to Münsin­gen Award». Die ers­te Aus­ga­be zum The­ma «Sonn­tag» ge­wann der Pho­to­club Sen­se. Mit den be­freun­de­ten Fo­to­klubs aus Rie­dis­heim (F) und Kirch­zar­ten (D) pfle­gen wir enge Kon­tak­te und stel­len ge­gen­sei­tig Bil­der aus. Re­gel­mäs­sig prä­sen­tie­ren wei­te­re Klubs, Teams und Fo­to­schu­len ihre Ar­bei­ten an der Pho­to Münsin­gen.

Krea­ti­ve Ein­zel­aus­stel­lun­gen

In den 20 Jah­ren wur­den über 400 Fo­to­aus­stel­lun­gen im idea­len Schloss­gut­are­al Münsin­gen prä­sen­tiert. Lau­fend ka­men neue Lo­ka­li­tä­ten hin­zu. Die Aus­sen­aus­stel­lun­gen ver­bin­den die neun Häu­ser und schaf­fen das ein­zig­ar­ti­ge Am­bi­en­te. Die Aus­wahl der Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen so­wie die Plat­zie­rung der Aus­stel­lun­gen ist span­nend und die Be­geg­nun­gen mit den krea­ti­ven Per­sön­lich­kei­ten im­mer hoch in­ter­es­sant und be­rei­chernd.

Un­ver­ges­sen sind die Aus­stel­lun­gen von Tho­mas Ul­rich mit der Aus­stel­lung «Cer­ro Tor­re», die Be­geg­nung mit Fer­nand «Sepp» Raus­ser und mit 12 Ber­ner-Fo­to­gra­fen zum The­ma «Pa­ra­die­se».
Dann die gross­for­ma­ti­gen Blu­men­por­träts von Al­fons Ise­li im Schloss, Ind­rich Streit, er stell­te erst­mals un­ter den neu­en Schir­men auf dem Schloss­gut­platz aus.

Mi­ros­lav Sti­bor, ein wei­te­rer Fo­to­graf aus Tsche­chi­en, Me­ta­mor­pho­sen von Ele­na Mar­ty­nuk und Un­ter­was­ser­phan­ta­si­en von Ser­gey Bus­len­ko, bei­de aus der Ukrai­ne, Sport­auf­nah­men von An­dre­as Blat­ter, Tier- und Na­tur­auf­nah­men von Lo­renz A. Fi­scher.

Aus Deutsch­land dann die krea­ti­ven Aus­stel­lun­gen von Tho­mas Her­brich und Uli Stai­ger. Der Bund­fo­to­graf Han­su­e­li Trach­sel in der Schloss­al­lee. Die gross­for­ma­ti­gen Im­pres­sio­nen des Chi­ne­sen Leo K.K. Wong im Blu­men­haus und äs­the­ti­sche Akt­fo­to­gra­fie von Chris­toph Ris, Ro­mel Ja­ne­ski und Mar­tin Zur­müh­le.

Un­ver­ges­sen die «Win­ter­geis­ter von Hok­kai­do» von Mar­tin Ei­sen­ha­wer im Blu­men­haus, die In­dia­ner­por­träts von Chris­ti­an Heeb in der Schloss­al­lee. Dann die emo­tio­na­le Aus­stel­lung «Das Auge der Lie­be» des gros­sen Schwei­zer Fo­to­gra­fen René Groeb­li und die Seg­ler-Por­träts von Maud Ber­nos. Gross­for­ma­ti­ge Land­schaf­ten von Mar­tin Mäg­li und San­dro Die­ner, krea­ti­ve Aus­stel­lun­gen von Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen aus der Tür­kei, Frank­reich, Ita­li­en, Eng­land und Grie­chen­land. Hen­na und Ar­thur Hon­eg­ger mit «Ach Ami­land» auf dem Schloss­gut­platz und die Por­träts von Beat Mu­mentha­ler in der Al­lee. Im Ju­gend­haus Spy­cher er­hiel­ten jun­ge Ta­len­te die Ge­le­gen­heit, ihre Ar­bei­ten ei­ner brei­ten Öf­fent­lich­keit vor­zu­stel­len.

Di­gi­ta­le Aus­stel­lun­gen

Ab 2011 wur­den die Print­aus­stel­lun­gen mit der di­gi­ta­len Pho­to Are­na er­wei­tert. In Frei­wil­li­gen­ar­beit kon­stru­ier­te das Team eine Are­na mit 12 Bild­schir­men. Nun konn­ten pro Jahr wei­te­re 10 Au­torin­nen und Au­toren Aus­stel­lun­gen di­gi­tal prä­sen­tie­ren. Auch die bes­ten Bil­der aus dem Jah­res­wett­be­werb von PHO­TO­SUIS­SE wer­den vor­ge­stellt.

Au­dio­vi­su­el­le Prä­sen­ta­tio­nen

Was vor 20 Jah­ren noch als Dia-Prä­sen­ta­tio­nen mit rat­tern­den Pro­jek­to­ren be­gann, ent­wi­ckel­te sich über die Jah­re zu aus­ge­reif­ten di­gi­ta­len au­dio­vi­su­el­len Shows. Ein­mal die be­lieb­ten ver­ton­ten Mul­ti­vi­sio­nen aus fer­nen Län­dern und der Tier- und Pflan­zen­welt wie von Da­vid Bitt­ner «Un­ter Bä­ren», «Erde Ex­trem» von Cars­ten Pe­ter und von Urs Wohl­wend «El Co­nor Sur». Dann die krea­ti­ven Kurz­schau­en, die die Fo­to­gra­fie mit Text und Mu­sik zu ei­ner neu­en Di­men­si­on der Prä­sen­ta­ti­on ver­schmel­zen.

Work­shops und Vor­trä­ge

Wis­sen über die Fo­to­gra­fie ak­tiv ver­mit­teln und wei­ter­ent­wi­ckeln war von Be­ginn weg ein stra­te­gi­sches Ziel. Kaum zu glau­ben, aber in der ers­ten Pho­to Münsin­gen wur­den noch Se­mi­na­re zum To­nen und Ko­lo­rie­ren von Bil­dern an­ge­bo­ten. Rasch folg­ten ers­te Kur­se in der di­gi­ta­len Fo­to­gra­fie. Oft wa­ren es aus­stel­len­de Fo­to­gra­fen, die ihr Wis­sen in Kur­sen wei­ter­ga­ben. Das Pro­gramm bot das vol­le Spek­trum der Fo­to­gra­fie: Bild­ge­stal­tung, Por­trät­fo­to­gra­fie, Stu­dio- und Akt­fo­to­gra­fie, Makro‑, Land­schaft- und Tier­fo­to­gra­fie, Still­le­ben und, und, und. Mit der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung wa­ren auch die di­gi­ta­le Bild­be­ar­bei­tung mit Pho­to­shop und Ligh­troom ein Ren­ner. So­gar Cal­vin Hol­ly­wood mach­te sei­ne Auf­war­tung in Münsin­gen. An­dri Pol lei­te­te ein Re­por­ta­ge-Work­shop und in den Fo­to­kur­sen von Chri­toph Ris und Mar­tin Zur­müh­le stand ak­ti­ves Fo­to­gra­fie­ren stets im Vor­der­grund. Im­mer mehr tru­gen die an­we­sen­den Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen in­ter­es­san­te Vor­trä­ge über ihre Ar­bei­ten und Ar­beits­wei­sen vor.

Aus­ser­ge­wöhn­li­ches

Das Pro­gramm ent­hielt auch im­mer über­ra­schen­de und krea­ti­ve Spe­zia­le­vents: Eine Dia­schau in 3D, die gros­se Ca­me­ra Ob­scu­ra des Fo­to­klubs Thun, Droh­nen-Fo­to­gra­fie, die Aus­stel­lung und das Live Bo­dy­pain­ting von Jo­han­nes Stöt­ter und das Nost­al­gie­stu­dio mit Nass­plat­ten­kur­se von Pe­ter Mi­chels sind nur ei­ni­ge da­von.

Die Spon­so­ren

Spon­so­ring be­ruht auf Leis­tung und Ge­gen­leis­tung. Wir ha­ben das Glück, dass wir in all den Jah­ren auf lang­fris­ti­ge Part­ner­schaf­ten zäh­len kön­nen. Ein Spon­sor der ers­ten Stun­de war AGFA. Wal­ter We­ber hat im Jahr 2000 das ers­te Pro­jekt «Pho­to Münsin­gen» sehr spon­tan un­ter­stützt. Mit der di­gi­ta­len Ent­wick­lung muss­te die Film­pro­duk­ti­on run­ter­ge­fah­ren und die Zu­sam­men­ar­beit ein­ge­stellt wer­den. Im Jah­re 2014 kreuz­ten sich die Wege mit Wal­ter We­ber er­neut. Jetzt als Lei­ter der Pho­to Di­vi­si­on Schweiz bei Fu­ji­film. Foto Vi­deo Zum­stein Bern, Ni­kon, Fu­ji­film und Cewe sind die Haupt­spon­so­ren der letz­ten Jah­re. Mit vie­len wei­te­ren Spon­so­ren sind enge und freund­schaft­li­che Part­ner­schaf­ten ent­stan­den.

Die jähr­lich über 4’000 fo­to­af­fi­nen Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher und die ein­ma­li­ge Stim­mung an der Pho­to Münsin­gen ha­ben die Part­ner über­zeugt, un­ser Pro­jekt zu un­ter­stüt­zen. Letzt­lich we­cken sol­che An­läs­se die Be­geis­te­rung für Fo­tos, Ka­me­ras und Tech­nik. Auch die Ge­mein­de Münsin­gen en­ga­giert sich fi­nan­zi­ell und ma­te­ri­ell. An die­ser Stel­le ein herz­li­ches Dan­ke­schön den Spon­so­ren und Part­nern für das gros­se En­ga­ge­ment und die sehr an­ge­neh­me Zu­sam­men­ar­beit.

Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Pho­to Münsin­gen

Die Pho­to Münsin­gen ist ein Teil des Fo­to­club Münsin­gen. Zu Be­ginn lag die Ver­ant­wor­tung beim Vor­stand. Mit dem jähr­li­chen Wachs­tum der Pho­to Münsin­gen wur­de das Or­ga­ni­sa­ti­ons­team auch mit Spe­zia­lis­ten aus­ser­halb des Klubs er­wei­tert. Ohne die Un­ter­stüt­zung der Fo­to­klubs Belp, Thun, So­lo­thurn, Blen­de 8 und vie­len Hel­fe­rin­nen und Hel­fern aus wei­te­ren Klubs wäre die Durch­füh­rung der Pho­to Münsin­gen nicht denk­bar. Das OK ist mitt­ler­wei­le übers gan­ze Jahr ak­tiv. Nach der Pho­to Münsin­gen ist vor der Pho­to Münsin­gen. Rück­bli­ckend ist schier un­glaub­lich, wie vie­le neue Aus­stel­lungs­or­te im gan­zen Schloss­gut­are­al Münsin­gen ent­stan­den sind und mit Herz­blut und Know­how neue In­fra­struk­tur rea­li­siert wur­den.

Auch der Fo­to­club Münsin­gen selbst pro­fi­tiert enorm von der Pho­to Münsin­gen. Die Mit­glie­der­zahl ist auf 60 an­ge­stie­gen. Als High­light ge­wann im 2009 der Fo­to­club den «Pho­to Münsin­gen Award» und wur­de zu­dem mit dem Kul­tur­preis der Ge­mein­de Münsin­gen aus­ge­zeich­net.

Die ma­gi­sche Kraft ei­ner Vi­si­on

Die Vi­si­on ist längst Rea­li­tät. Aus der Bier­idee ist ein ein­zig­ar­ti­ges Fo­to­fo­rum ent­stan­den. Die Pho­to Münsin­gen hat sich in den 20 Jah­ren eta­bliert. Jähr­lich be­geis­tert sie Be­su­che­rin­nen, Be­su­cher und Fo­to­gra­fie­ren­de aus der gan­zen Schweiz und dem Aus­land. Es ist ge­lun­gen, im Schloss­gut­are­al eine krea­ti­ve und in­spi­rie­ren­de Platt­form der Fo­to­gra­fie zu schaf­fen, die den Aus­tausch und die Aus­ein­an­der­set­zung mit den ver­schie­de­nen Fa­cet­ten der Fo­to­gra­fie er­mög­licht. Dies ist uns ein gros­ses An­lie­gen und macht den Reiz der Pho­to Münsin­gen aus.

Wir dan­ken al­len, die über Jah­re ihr vol­les En­ga­ge­ment zum Ge­lin­gen bei­getra­gen ha­ben.

Ni­klaus Mes­ser

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